Die Menschen werden immer mobiler, unsere Arbeitswelt digitaler. Gearbeitet wird heute an vielen verschiedenen Orten. Diese Entwicklung ist eine Chance für unsere ländliche Region, denn nie war es so einfach wie heute, Leben, Arbeiten und Urlaub machen am Land, miteinander zu verbinden.

Um diese Chance in der Pyhrn-Priel Region zu nutzen, ist es notwendig ein neues lokales Angebot für die arbeitende Bevölkerung und unsere Gäste zu schaffen.

In der Marktgemeinde Windischgarsten soll ein CoWorking Space entstehen. Es soll eine moderne Infrastruktur geschaffen werden, die es künftig möglich macht, auch auf dem Land die Vorteile der Digitalisierung perfekt zu nutzen. In den Städten sind derartige Bürogemeinschaften schon Standard und auch in ländlichen Gebieten gibt es schon einige Beispiele für CoWorking und CoWorkation.

Windischgarsten ist mit seinen rund 2.400 Einwohnern und einer Fläche von 4,91 km² das regionale Zentrum der Pyhrn-Priel Region. Der Ort übernimmt bedeutende Funktionen im Bereich der Nahversorgung in allen Belangen des täglichen Lebens für die Region. Das Thema Leerstände im Zentrum ist für die Marktgemeinde ein sehr zentrales, spitzt sich die Situation doch immer mehr zu. Durch die Entwicklung eines CoWorking Spaces soll dem „Schärhaus“, einem geschichtsträchtigen Bestandsgebäude mitten im Ortszentrum, neues Leben eingehaucht und gleichzeitig das Ortszentrum gestärkt werden.

Die Corona Krise hat dazu beigetragen, dass die „Arbeit der Zukunft“ nun schneller da ist, als so mancher sich das vorgestellt hat. Viele Menschen wollen und müssen in Zukunft nicht mehr jeden Tag zur Arbeit pendeln. Flexibilisierungsmöglichkeiten wie etwa das Arbeiten im Home-Office werden künftig an Bedeutung gewinnen. Durch das Arbeiten in den eigenen vier Wänden verschwimmen Arbeit und Privatleben zusehends. Vielen fehlt dabei der Austausch mit anderen und oft wird konzentriertes Arbeiten auch durch das familiäre Umfeld erschwert. Eine Alternative zum Home-Office kann ein Arbeitsplatz im CoWorking Space Windischgarsten sein.

In Zukunft wird der Bedarf an CoWorking Infrastrukturen in unseren ländlichen Gemeinden steigen. Wir möchten mit dem Projekt in Windischgarsten zeigen, wie eine Umsetzung gelingen kann und dadurch auch andere Gemeinden zur Realisierung ihrer Infrastruktur motivieren.

Windischgarsten könnte in der „nach Corona Zeit“ ´durch die Bereitstellung einer CoWorking Infrastruktur neuen Aufwind bekommen. Waren es vor einigen Jahren vor allem Kreativschaffende, StartUps und EPU´s, die CoWorking Infrastrukturen nutzten, so sind diese nun auch vor allem für Personen die (teilweise) im Home-Office arbeiten, interessant. Der Trend, dass sich größere Unternehmen Arbeitsflächen minimieren und ihre Büros nicht zuletzt aufgrund der Corona Pandemie „entdichten“ wird sich fortsetzten. Durch das Angebot an CoWorking Arbeitsplätzen kann jenen Menschen, die ihre Arbeit nicht zwingend vom Firmensitz aus machen müssen, eine professionelle Umgebung zur Verfügung gestellt werden. Viele Menschen müssten nicht mehr täglich pendeln, auch peripher gelegene Gemeinden, wie die der Pyhrn-Priel Region, kämen plötzlich als Wohnstandort zunehmend in Frage. Unsere Gasthäuser wären vor allem zur Mittagszeit wieder stärker frequentiert und auch die Nahversorgung im Zentrum hätte wieder mehr Bedeutung, weil man nicht mehr mit dem Auto irgendwohin pendelt und noch schnell bei der Heimfahrt im Supermarkt außerhalb des Zentrums einkaufen geht. In Summe kann das Projekt ein Motor für die Stärkung der Ortszentren und die Gemeinden der Region im Allgemeinen werden.

Neben der Bereitstellung des Arbeitsplatzes und der technischen Infrastruktur, ist vor allem das gemeinschaftliche Agieren von Bedeutung. Im Vordergrund steht dabei Vernetzung und ganz einfach die Pflege der Lebenskultur.

Das „Schärhaus“ soll ein eigenständiger, lokaler Innovationsmotor werden. Es sollen Kontakte innerhalb und außerhalb der „Community“ entstehen, woraus neue Ideen und Aufträge für die angesiedelten Firmen generiert werden. Windischgarsten soll als innovativer, lebendiger Ort wahrgenommen werden, der sich mit Freude weiterentwickelt. Dies ist die Basis für einen Austausch zwischen engagierten Bürgern und Bürgerinnen, der Politik und Verwaltung sowie den innovativen Unternehmen und Organisationen in der Gemeinde. Für viele Menschen wird Wohnen und Wirtschaften im ländlichen Raum nur in einem solchen Klima auch weiterhin eine Option bleiben.